Top-Blogger sind vernetzt, sozial und einflussreich

Nicht alles, was hier steht, ist auf meinem Mist gewachsen und gelegentlich flattern mir Pressemitteilungen auf den Tisch, die interessant genug sind, um sie auszuschlachten und hier wiederzugeben. Deshalb hier nun ein paar Auszüge aus solch einer Pressemitteilung (PM) der Universität Hannover, für alle, die – so wie ich – an ihrer „Internet-Karriere“ arbeiten.

In drei Studien haben Wissenschaftler am Institut für Marketing und Management der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover jeweils mehrere hundert Frauen und Männer zu den Themenbereichen „Fashion“, „Automobil“ und „Finanzprodukten“ befragt. Sie wollten damit herausfinden, was diejenigen auszeichnet, die andere besonders gut beeinflussen können. Denn Einfluß ist gerade im Internet auf dem besten Weg, zur Ersatzwährung zu werden, oder, wie die PM erklärt:

Fünf Sterne bei Amazon, ein „Gefällt mir”-Button bei Facebook, eine Empfehlung in einem Blog oder eine positive Bewertung auf (einer) Produkttester-Homepage (…) – mittlerweile entscheiden Empfehlungen im Internet maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts, sei es eine Digitalkamera, ein Buch oder ein Auto. Der Einfluss, den Firmen über herkömmliche Wege wie Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Radio- oder Fernsehwerbung nehmen, geht zurück, seit sich die moderne „Mundpropaganda“ mehr und mehr ins World Wide Web verlagert und dort Blüten treibt. Doch wer sind die sozialen Beeinflusser im Internet? Welche Eigenschaften zeichnen die einflussreichsten Multiplikatoren aus?

Unsere Typologisierung hilft Unternehmen dabei, die Konsumenten mit dem größten Multiplikator-Potenzial zu identifizieren und gezielt anzusprechen“, erläutert Dipl.-Ök. Sascha Langner, der gemeinsam mit Dr. Nadine Hennigs unter der Leitung von Prof. Klaus-Peter Wiedmann an dem Projekt arbeitet.

Die besonders Einflussreichen zeichnen sich demnach aus durch eine „überaus große soziale Vernetzung bei gleichzeitig stark ausgeprägten persönlichen Fähigkeiten …, Menschen zu beeinflussen“. Und weiter: „Die allermeisten Top-Blogger gehören zu diesem Typus“, sagt Sascha Langner.

Gleich zwei Mal wird in der Pressemitteilung auf das Testportal Trnd.com verlinkt, laut Eigenauskunft die größte europäischen Marketing-Community, die „das Ende der nervigen Werbung“ einläuten will, indem sie diese durch Mundpropaganda ersetzt. Auch ein interessantes Geschäftsmodell, wirkt diese Plattform doch als (sicher nicht schlecht bezahlter) Vermittler zwischen den Konsumenten, die das eine oder andere Produkt gegen einen kleinen Testbericht umsonst ergattern können, und Firmen wie Birkel, Henkel oder Microsoft, denen man dann auch gleich noch die Auswertungen der Mitgliederbewertungen verkauft. Clever, das.

Vielleicht schaut Ihr ja mal dort vorbei und staubt ein nettes Handy ab – ich habe mich einstweilen gegen eine Mitgliedschaft bei Trnd.com entschieden. Dank dieser tollen Pressemitteilung weiß ich ja nun, wie ich zum Top-Blogger werde – und dann werden diese Firmen mir hinterherlaufen, und nicht ich ihnen 😉

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