Bericht zum Klimawandel

Mehr als 2000 Seiten umfasst Teil 2 des jüngsten Berichtes der tonangebenden Vereinigung von Klimaforschern. Eigentlich gehören die Schlussfolgerungen des  Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in jeden Lehrplan, de facto dürfte jedoch selbst den meisten Umweltschützern die Zeit fehlen (und die Sprachkenntnisse), um sich den Stand der Wissenschaft im Original durchzulesen. Deshalb verlinke ich hier lediglich auf die Webseite mit sämtlichen Berichten des IPCC. Für ganz Eilige geht es hier zur Zusammenfassung.

Außerdem möchte ich hier drei Kollegen zu Wort kommen lassen, die bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung, bei der Süddeutschen Zeitung und beim Spiegel jeweils das Thema Umwelt & Klima bearbeiten:

Joachim Müller-Jung, den ich eher als Klima-Skeptiker einschätze, hebt hervor: „Bislang jedenfalls beeinflussen nach Aussagen der Forscher andere Faktoren wie Altersstruktur, technische Fortschritte, Wohlstandsentwicklung und staatliche Regelungen die meisten Wirtschaftssektoren noch immer deutlich stärker als der Klimawandel.“

Christopher Schrader in der Süddeutschen Zeitung, den ich als sehr gewissenhaften und kompetenten Kollegen kenne, zitiert einen der Vorsitzenden des Weltklimarates mit „Die Risiken häufen … und verstärken sich“, und er fast seine Auswertung des Berichts so zusammen: „Acht zentrale Risiken nennen die Forscher. Dazu gehören größere Unsicherheiten bei der Nahrungsmittelversorgung, weil Getreide wie Weizen und Mais schon jetzt im globalen Maßstab unter der eingetretenen Erwärmung leiden. Auch das Trinkwasser wird wohl Probleme bereiten, weil die verfügbaren Mengen zurückgehen; das droht auch in Industrieländern etwa am Mittelmeer. Zudem könnte praktisch überall die Aufbereitung von Abwasser in Kläranlagen schwieriger werden. Hitzewellen werden zur Gesundheitsgefahr für die Bewohner großer Städte – und für alle, die draußen arbeiten müssen. Weiter auf der Liste: Wetterextreme, die in vielen Ländern kritische Infrastrukturen wie das Strom- oder Trinkwassernetz beschädigen können. Und schließlich der Anstieg des Meeresspiegels, der auch größere Sturmfluten mit sich bringt. Sie bedrohen das Leben und die wirtschaftliche Existenz von Bewohnern vieler Küstenregionen. Manche Ökosysteme werden vermutlich in Zukunft nicht mehr existieren oder nur noch stark eingeschränkt funktionieren, heißt es im Bericht: Dazu gehören vor allem die tropischen Korallenriffe und die Arktis. Mit den Ökosystemen sind aber die Menschen bedroht, die in ihnen leben.

An der Natur lässt sich am besten erkennen, was der Klimawandel heute schon angerichtet hat. Das zeigt der Bericht verlässlicher als je zuvor: Zugvögel verschieben ihre Routen und Reisetermine, Arten verlegen ihre Lebensräume, wo es möglich ist, in kühlere Regionen – und werden seltener, wo das nicht so einfach geht. Zwar gibt es unter Tieren und Pflanzen auch einige Gewinner des Klimawandels. Wegen der dadurch ausgelösten Unsicherheiten wollten die Forscher keine Zahl der Arten mehr schätzen, die durch den Klimawandel wohl aussterben werden. Aber insgesamt rechnen die Wissenschaftler damit, dass viele Arten unwiederbringlich verloren gehen – wie schon bei früheren Klimaveränderungen in der Erdgeschichte, obwohl diese weit langsamer vonstatten gingen.“

Schließlich noch Axel Bojanowski bei Spiegel online, wo man mit der Schlagzeile aufmacht: „UNO sieht Fortschritte im Kampf gegen globale Erwärmung“. Das ganze ist garniert mit zahlreichen weiterführenden Links und enthält für Europa folgende Vorhersage: „Wahrscheinlich: mehr Flusshochwasser, Extremregen, Wasserknappheit im Süden. Möglich: mehr Hitzewellen.“

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