Arbeitshilfe Spracherkennung?

Ein Computer, der Menschen versteht – das gab es die längste Zeit nur im Film. Der wohl bekannteste dürfte HAL 9000 gewesen sein, der in dem Kultfilm 2001: Odyssee im Weltraum eine der Hauptrollen spielt und dessen Sprüche (nachzulesen und zu hören bspw. hier) mich noch heute schaudern lassen. Cool fand ich es, als mein Freund Eric H. schon vor 20 Jahren den Soundclip „I’m sorry Dave, I’m afraid I can’t do that“ mit der Fehlermeldung seines Rechners verknüpfte und – JA – ich wollte eigentlich schon immer einen Computer haben, mit dem ich sprechen kann.

Mein erster Versuch vor bald zehn Jahren aber scheiterte, gekauft hatte ich das Programm zwar, sogar mit Zusatzwortschatz Medizin – aber so richtig nützlich war es nicht und bald habe ich es wieder deinstalliert. Auch vor fünf Jahren verstand mein Handy mich nicht wirklich. Erst jetzt, wo sowohl Apple sein Kultgerät, das neue iPhone 4S mit der Spracherkennungs-Software Siri augestattet hat, und wo eine Kollegin behauptete, das wäre für sie eine echte Arbeitserleichterung, war ich bereit für den nächsten Versuch:

Bei Amazon bestellte ich mir deshalb die Spracherkennungssoftware „Dragon Naturally Speaking“ von Nuance, fand das Päckchen tags darauf vor meiner Haustüre und habe das Programm sofort installiert in der Hoffnung, meine Produktivität im Büro zu steigern. Vorausgegangen war dieser Entscheidung die übliche Googelei und das Lesen einiger Testberichte, vor allem in den Kundenbewertungen bei Amazon. Die aktuelle Home-Version des Programmes für ca. 40 Euro ist angeblich die meistverkaufte Spracherkennungssoftware überhaupt, doch habe ich mich nach dem Vergleich mit den anderen Varianten der Software für die Premium-Version 11.5 entschieden. Die kostet zwar fast drei Mal so viel, bietet aber offenbar im Gegensatz zur Home-Version die Möglichkeit, Texte sowohl auf deutsch als auch in einer anderen Sprache zu erkennen und in Schrift umzusetzen – was mir sinnvoll schien, da ich gelegentlich auch englischsprachige E-Mails und Artikel verfasse. Es gibt übrigens auch eine Download-Version, bei der dann logischerweise kein Kopfhörer mitgeliefert wird, die aber trotzdem keinen Cent weniger kostet, als das komplette Paket inklusive Versand durch Amazon!

Soviel also zum Vorspiel. Hier nun meine ersten Erfahrungen mit der neuen Software:

Die Bedienungs- und Installationsanleitung meiner Version von Dragon Naturally Speaking beschränkt sich auf ein achtseitiges Faltblatt. Dort wird zwar auch auf die aktuelle Online-Version des Benutzerhandbuches verwiesen, doch als ich die genannten Adresse http://www.nuance.de/naturallyspeaking/support/documentation.asp eingebe, lande ich bei: Fehler 404. Das ist schon mal ziemlich schlampig, ebenso wie das Faltblatt selbst, das man durchaus vor dem Druck nochmals hätte Korrektur lesen können. „Wenn das schon so los geht, halte ich mich lieber genau an die Anweisungen“, denke ich ich mir und beende vor der Installation brav alle Anwendungen und auch das Antivirusprogramm, wie mir geheißen.

Eine dreiviertel Stunde später habe ich das Programm zwar installiert und auch auf der Webseite registriert, die Bestätigungsmail finde ich aber nicht gleich in meiner Mailbox und werde deshalb nach dem Neustart des Rechners mit dem Hinweis begrüßt, dass ich das Programm nur fünf mal starten könne, wenn ich die Prozedur nicht zum Abschluss bringe. Spätestens jetzt ist ein Punktabzug fällig, auch wenn die Mail mich nach einer halben Stunde doch noch erreicht und ich die lästige Prozedur durch einen Klick auf den Bestätigungslink endlich abschießen kann.

Weiter geht es mit der Erstellung eines Benutzerprofils. Dort hätte man ja praktischerweise den Namen vorgeben können, den ich auch bei der Installation schon eingegeben hatte – doch auf derart innovative Gedanken ist beim Hersteller Nuance wohl noch niemand gekommen. Ich stöpsele das mitgelieferte Gerät ein, den Stereo Communication Headset HS-GEN-B und folge den Anweisungen. Wärend die Einstellung der Lautstärke noch erfolgreich ist, floppt es gleich beim nächsten Schritt: „Die Überprüfung der Tonqualität ist fehlgeschlagen. Möglicherweise gibt es ein Problem mit ihrem MS-Windows-Sound-System“, belehrt mich ein Bildschirmfenster. Nach zwei weiteren gescheiterten Versuchen und nachdem auch das Einstöpseln eines hochwertigen Aufnahmegerätes via USB-Schnittstelle nicht fuktioniert, habe ich die erste Stunde meiner Zeit investiert und werde langsam sauer.

Also nochmal systematisch von vorne: Erneut schließe ich das Head-Set an und stelle diesmal im Windows-Sound-System das Mikrofon auf mittlere Einstellungen plus Nachhallunterdrückung ein, dann den Kopfhörer, wobei ich auch feststelle, dass ich hier die Seiten vertauscht hatte (nein, Links und Rechts waren auf dem mitgelieferten Teil nicht gekennzeichnet). Die Systemeinstellungen sehen nun richtig aus und wenn ich den Kopfhörer des Headsets ausstöpsele ertönt der Klang – so wie es sein soll – statt dessen aus meinen Boxen.

Im zweiten Durchgang klappt es dann auch mit der Erkennung des Mikros. Auf der Menüleiste, am oberen Bildschirmrand, steht jedoch noch immer der Hinweis: „Benutzerdateien sind nicht zum Diktat bereit“. Im Profil finde ich den Eintrag „Benutzerprofil auf Verwendung vorbereiten“, klicke den an und beginne mit dem Training der Software. Das dauert sechs Minuten, und anschließend rechnet Dragon Naturally Speaking noch ein bißchen vor sich hin, um das Gesagte zu verdauen. Anschließend lasse ich das Programm in meinen ausgehenden E-Mails und im Ordner „Eigene Dateien“ stöbern, damit es sich besser auf meine Sprachgewohnheiten einstellen kann und ich füge dem Vokabular noch Einiges hinzu, das sich in weiteren, auf der Festplatte verstreuten Dokumenten findet. Andere Benutzer müssten die gleiche Prozedur durchlaufen, aber dieses Zugeständnis an die im Vergleich zum Menschen immer noch bescheidene „Sprachintelligenz“ des Programmes mache ich gerne.

Es wird Zeit für den großen Test: ich habe das Mikrofon eingeschaltet und diese Zeilen kommen direkt vom Mund in den Text. Ich bin beeindruckt, denn der erste Satz enthält keine Fehler. Als nächstes will ich auf Facebook posten, und abgesehen davon, dass Dragon mir erst einen husten will, (dann einen pusten) funktioniert die Schnittstelle zu diesem Dienst richtig gut, ebenso wie zu Twitter, das ich auch häufig nutze. Das könnte wirklich eine zeitsparende Funktion sein, denke ich mir. Angeblich kann das Programm auch Audio-Dateien erkennen und in Text umsetzen. Spaßeshalber teste ich dies mit einer mp3-Datei aus meiner iTunes-Bibliothek, doch Dragon mag den Song „Fischsuppe“ von Funny van Dannens gleichnamigen neuen Album nicht – angeblich, weil er in Stereo statt Mono daher kommt. Mit einem Podcast zum Thema Achtsamkeit / Neid erhalte ich folgendes Ergebnis:

Das Welthandels allgemeines 16 zu dem edlen Wahrheiten des Tourismus habe ich das Thema gehen und kurz angerissen eine Spielart in unserer Gesellschaft häufig auf Taufstellerei sicher findest auf Du problemlos etwas von jemanden anderen Neides Managerin eines kleinen Angestellten seine Freizeit die Erzieherin der Karrierefrau ihren Marken Mode der Familienvater im Sinne kleinen? Die Hausfrau der Journalist Ehrgeiz usw….

Natürlich ist Dragon nicht auf die fremde Stimme geschult, denke ich mir, spreche daher selbst ein paar Sätze in mein hochwertiges Aufnahmegerät (das H 2 von Zoom), das ich zuvor auf Mono-Aufnahmen umgestellt habe und lese dann:

Schreibe dazu einen Text auf meinem Blog und ich will wissen ob eine MP3 Datei die als Monodatei vorliegt wirklich erkannt wird.

Da ich keine Satzzeichen diktiert habe, bin ich mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Vielleicht kann ich mir jetzt also doch eine Sekretärin leisten – nicht perfekt zwar, aber immer für mich da, und das zum Pauschalpreis von 114 Euro…

In den nächsten Tagen habe ich mich dann zunehmends mit Dragon angefreundet. Alte Aufzeichnungen, Tagebucheinträge und ähnlich unkomplizierte Texte spreche ich inzwischen in den PC, statt sie einzutippen, und das geht wirklich schneller. Es geht auch ohne gedrucktes Handbuch, habe ich festgestellt. Schneller, als solch einen Wälzer durchzulesen, ist bei konkreten Fragen ja doch die Hilfefunktion. Außerdem gibt es eine zuschaltbare Seitenleiste mit den wichtigsten Sprachbefehlen und auch mehrere Lernprogramme, die mir das Korrigieren der Texte beibringen. „Alles wird gut“, denke ich mir, beende diesen Test für heute, gebe der Software trotz der Startschwierigkeiten vier von fünf möglichen Punkten und verabschiede mich in der Hoffnung, Michels Universum einen weiteren nützlichen Beitrag hinzugefügt zu haben.

Twitter: Für eine Handvoll Dollar

Von dem Zeilengeld das Jamie Oliver verdient, können Journalisten wie ich nur träumen. Für eine Kurzmitteilung auf Twitter – das sind maximal 140 Anschläge – würde der berühmte Fernsehkoch 3250 Dollar verlangen, berichtete die Tageszeitung The Guardien gestern auf ihrer Webseite in dem Artikel „The value of a tweet„. Den Kaufpreis für Olivers Twitterbotschaften hat der Autor des Artikels, Leo Hickman, der Webseite Sponsoredtweets.com entnommen. Deren Geschäftsmodell ist es offenbar, Menschen mit Einfluss und Firmen mit Geld zusammen zu bringen. Die Promis kriegen Kohle für ihre Empfehlungen von Produkten, und damit steigt natürlich der Umsatz bei Auftraggebern wie dem Blumenservice 1-800-Flowers, dem Kaufhaus Bloomingdales, bei Fernsehsendern wie FOX Home Entertainment, NBC und Time Warner Cable, beim Softwareproduzenten Microsoft ebenso wie bei Tony’s Pizza oder dem schwedischen Autobauer Volvo.

Das ganze sei natürlich total ethisch, versichert Sponsoredtweets.com auf seiner Webseite, denn wer gesponserte Tweets verbreitet, müsse die Beziehung mit seinem Auftraggeber offenlegen. Dies verlangt jedenfalls die in den USA für Verbraucherschutz zuständige Behörde FTC, die Federal Trade Commission, und ich frage mich, ob solch ein Gesetz nicht auch bei uns längst überfällig ist (Und falls Sie sich jetzt fragen, ob ich hier vielleicht auch Schleichwerbung betreibe, lautet die schlichte Antwort: Nein.)

Zurück zu Hickmans Geschichte, denn die hat mich so neugierig gemacht, dass ich die Sache mit den gesponserten Tweets einmal nachgerechnet habe. In Mathe war ich zwar nie besonders gut, aber den Dreisatz kriege ich vielleicht doch noch hin. Damit könnte ich dann nicht nur ´rauskriegen, was ein Standard-Tweet wert ist, sondern hätte vielleicht auch ein Gefühl dafür, wie lange ich mich hier noch abrackern muss, bis ich meine erste Million zusammengetwittert habe. Aaaalso:

56 (die aktuelle Zahl meiner Follower bei meinem Twitterkonto) geteilt durch 2125482 (die aktuelle Zahl der Koch-Fans laut Olivers Twitterkonto) = 0,0002634696. Diese Zahl entspricht dem relativen Wert meiner Fangemeinde im Vergleich zum Promi-Koch.

Den absoluten Wert bekomme ich durch Multiplikation mit dem Marktpreis von 3250 US-Dollar und das sind satte 8,562762 US-Cent oder umgerechnet 6,4184 Euro-Cent – für jeden meiner Tweets. Bis hierhin habe ich aber schon 752 Kurznachrichten ´rausgehauen, deren theoretischer Gesamtwert somit auf 48,27 Euro zu taxieren wäre – hätte ich denn jeden einzelnen Tweet so gut verkaufen können, wie Oliver die seinen.

Gerade sehe ich, dass die Webseite TweetValue.com einem derartige Berechnungen abnehmen will. Dort gibt man einfach seine Adresse bei Twitter ein und bekommt sofort den hypothetischen Wert seines Profils ausgespukt – in meinem Fall 91 Dollar, bei Jamie knapp 70000.

Noch interessanter finde ich den Stundenlohn für meine Twitter-Arbeit, den ich jetzt wieder aus dem oben ermittelten Gesamtwert von 48,27 Euro herleiten will. Angenommen, ich bräuchte jeweils zwei Minuten um einen mehr oder weniger klugen Gedanken als knackige Kurznachricht zu formulieren, so hätte mein „Gesamtwerk“ bislang 25 Stunden beansprucht (752 Tweets x 2 Minuten)/60 Minuten pro Stunde = 25,0666.. und der Stundenlohn läge gerundet bei 48,27 / 25,07 = 1,93 Euro.

Oliver müsste vielleicht gar nicht so lange nachdenken wie ich, sondern nur das tweeten, was seine Sponsoren gerne lesen würden. Veranschlagen wir dafür trotzdem zwei Minuten, so kommt er auf 2436,10 Euro / Tweet x 30 = 73083 Euro / Stunde.

Die Schlussfolgerung meiner mathematischen Beweisführung lautet somit eindeutig:

Ein richtig guter Koch ist verdammt viel mehr wert als ein mittelmäßiger Blogger. q.e.d.

Top-Blogger sind vernetzt, sozial und einflussreich

Nicht alles, was hier steht, ist auf meinem Mist gewachsen und gelegentlich flattern mir Pressemitteilungen auf den Tisch, die interessant genug sind, um sie auszuschlachten und hier wiederzugeben. Deshalb hier nun ein paar Auszüge aus solch einer Pressemitteilung (PM) der Universität Hannover, für alle, die – so wie ich – an ihrer „Internet-Karriere“ arbeiten.

In drei Studien haben Wissenschaftler am Institut für Marketing und Management der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hannover jeweils mehrere hundert Frauen und Männer zu den Themenbereichen „Fashion“, „Automobil“ und „Finanzprodukten“ befragt. Sie wollten damit herausfinden, was diejenigen auszeichnet, die andere besonders gut beeinflussen können. Denn Einfluß ist gerade im Internet auf dem besten Weg, zur Ersatzwährung zu werden, oder, wie die PM erklärt:

Fünf Sterne bei Amazon, ein „Gefällt mir”-Button bei Facebook, eine Empfehlung in einem Blog oder eine positive Bewertung auf (einer) Produkttester-Homepage (…) – mittlerweile entscheiden Empfehlungen im Internet maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts, sei es eine Digitalkamera, ein Buch oder ein Auto. Der Einfluss, den Firmen über herkömmliche Wege wie Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Radio- oder Fernsehwerbung nehmen, geht zurück, seit sich die moderne „Mundpropaganda“ mehr und mehr ins World Wide Web verlagert und dort Blüten treibt. Doch wer sind die sozialen Beeinflusser im Internet? Welche Eigenschaften zeichnen die einflussreichsten Multiplikatoren aus?

Unsere Typologisierung hilft Unternehmen dabei, die Konsumenten mit dem größten Multiplikator-Potenzial zu identifizieren und gezielt anzusprechen“, erläutert Dipl.-Ök. Sascha Langner, der gemeinsam mit Dr. Nadine Hennigs unter der Leitung von Prof. Klaus-Peter Wiedmann an dem Projekt arbeitet.

Die besonders Einflussreichen zeichnen sich demnach aus durch eine „überaus große soziale Vernetzung bei gleichzeitig stark ausgeprägten persönlichen Fähigkeiten …, Menschen zu beeinflussen“. Und weiter: „Die allermeisten Top-Blogger gehören zu diesem Typus“, sagt Sascha Langner.

Gleich zwei Mal wird in der Pressemitteilung auf das Testportal Trnd.com verlinkt, laut Eigenauskunft die größte europäischen Marketing-Community, die „das Ende der nervigen Werbung“ einläuten will, indem sie diese durch Mundpropaganda ersetzt. Auch ein interessantes Geschäftsmodell, wirkt diese Plattform doch als (sicher nicht schlecht bezahlter) Vermittler zwischen den Konsumenten, die das eine oder andere Produkt gegen einen kleinen Testbericht umsonst ergattern können, und Firmen wie Birkel, Henkel oder Microsoft, denen man dann auch gleich noch die Auswertungen der Mitgliederbewertungen verkauft. Clever, das.

Vielleicht schaut Ihr ja mal dort vorbei und staubt ein nettes Handy ab – ich habe mich einstweilen gegen eine Mitgliedschaft bei Trnd.com entschieden. Dank dieser tollen Pressemitteilung weiß ich ja nun, wie ich zum Top-Blogger werde – und dann werden diese Firmen mir hinterherlaufen, und nicht ich ihnen 😉

Stammtisch 2.0

Öfter ´mal was Neues, habe ich mir gedacht und daher dankbar die Einladung angenommen, in einem Vortrag für Einsteiger das zusammen zu fassen, was jeder über Soziale Medien wissen sollte. Vor ca. dreißig Industriemeistern ging es dabei im Bildungszentrum der IHK in Offenburg um Facebook, YouTube, Twitter & Co. „Wem nutzt das?“ oder „Warum sollte ich das nutzen?“ waren die zentralen Fragen, die ich dabei versucht habe, zu beantworten.

Menschen, die etwas dazu lernen wollen, sind mir immer sympathisch, und die 75 Minuten mit diesem interessierten und aufgeschlossenen Publikum haben mir ganz besonders gefallen. Mein Ziel war es, nicht nur zu informieren über die moderne Version des Stammtisches, sondern meinen Zuhörern auch Lust zu machen, sich ein eigenes Urteil zu bilden und die Sache einfach mal auszuprobieren. Und damit vielleicht noch ein paar weitere Leute davon profitieren, habe ich mich entschlossen, diesen Vortrag online zu stellen. Damit läßt sich zwar (auch aus Gründen des Datenschutzes) nicht alles darstellen, was die neuen Medien so zu bieten haben. Aber als Appetithappen ist die eingebundene Powerpoint-Datei vielleicht doch ganz brauchbar. Und wer Näheres wissen will oder mich womöglich ebenfalls zu einem Vortrag engagieren, der hat hier natürlich auch die Möglichkeit, mich zu kontaktieren und mir eine Nachricht zu hinterlassen…

So. Und wenn ich alles richtig gemacht habe und Sie das entsprechende Programm haben, um eine Powerpoint-Datei am Bildschirm anzuzeigen, brauchen Sie nur noch auf das folgende Bild zu klicken und schon heißt es: „Das erste Dia bitte“ 🙂

Übrigens: Mit einem Rechts-Klick können Sie die Datei auch auf Ihrem Rechner speichern – natürlich nur für private Zwecke!

 

Spartipp zur Kontoführung

… den Lesern nützlich zu sein und gute Ideen zu verbreiten. Das ist der Grundgedanke hier und in diesem ersten Beitrag über nützliche Software verrate ich Ihnen, wie sie ihre Bankgeschäfte bequem von zu Hause aus führen können und quasi nebenher mehr Übersicht über ihre Ausgaben und Einnahmen gewinnen: Eines der beliebtesten Programme dafür ist „Mein Geld“ von der Redaktion WISO des ZDF, das in einer 365-Tage-Version bei Amazon aktuell für 28 Euro zu haben ist.

Fast zum Nulltarif gibt es diese Software allerdings auch, wenn sie sich die aktuelle Ausgabe 8/2012 der Computer-Bild kaufen in der Version mit CD (für €2,70) oder DVD (für € 3,70). Die sollte noch längstens bis zum 4. April an fast allen Kiosken, Tankstellen und in den Zeitschriftenregale vieler Supermärkte erhältlich sein. Die Installation samt Anmeldung und Einrichtung des Programmes dauerte bei mir keine 20 Minuten. Alles was man braucht um die Kontoauszüge abzurufen und auf dem eigenen Rechner anzuschauen sind die jeweiligen Bankleitzahlen, Kontonummern – und natürlich die Geheimzahlen für den Zugang, die man im Zweifelsfall bei seiner Bank erfragen kann.

Die Buchungen lassen sich einfach verschiedenen Kategorien zuweisen und wer keine allzu hohen Anforderungen stellt, dürfte auch mit den schlichten Auswertungen gut zurecht kommen, die einem sagen, wo das Geld geblieben ist.Ein gutes Programm also, um seinen Haushalt in den Griff zu kriegen. Der einzige Haken an der Sache ist, dass die Computerbild-Version ebenso wie die oben verlinkte Kaufversion jeweils nur ein Jahr lang gültig ist, und dass der Anbieter spätestens dann wieder die Hand aufhält. Bis dahin hat mancher sich womöglich so sehr an Wiso Mein Geld gewöhnt, dass er dieses Opfer bringen mag und so lohnt sich schlussendlich die Sache mit dem Lockvogel auch für den Hersteller.

Sparfüchse wie ich allerdings haben das ganze Jahr hindurch einen Blick auf die alle 14 Tage erscheinende Computerbild und finden dort dann nach Jahresfrist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine kostenlose Alternative…

Guten Morgen, Welt!

Nein, das ist nicht Costa Rica, sondern der Blick aus dem Fenster an diesem frostigen Wintermorgen auf die Felder von Ichenheim:

Es schöner Ausblick, mit dem ich gleichzeitig den erfolgreichen Umzug aller meiner Webseiten von 1&1 zu meinem neuen Provider UD Media bekannt gebe. Damit sollten die lästigen Fehlermeldungen wegen des zu knapp bemessenen Speichers der Vergangenheit angehören, meine Nerven geschont und häufigere Updates möglich werden.

Auch sonst orientiere ich mich an Peter Fox und mache ´mal wieder: Alles Neu

Soll heißen, dass ich mit dem Umzug auch eine größere Umstrukturierung und Vereinheitlichung meiner Webseiten begonnen habe. Nicht nur meine Freunde haben sich nämlich beklagt, dass sie allmählich den Überblick verlieren und keine Lust haben, jeweils ein halbes Dutzend Webseiten abzusurfen um zu sehen, was es bei mir Neues gibt. Kurz gesagt sollen meine „Ansichten, Einsichten und Entdeckungen“ ebenso wie Reiseberichte, Fahrrad- und Mountainbiketouren, mein Anti-Euro-Geschwafel und überhaupt alles, was für Euch interessant und nützlich sein könnte, künftig auf dieser einen Seite – Michels Universum – zu finden sein. Lediglich die Auswahl meiner Wissenschaftsartikel und die Neuigkeiten aus der Hirnforschung, die ich als Fachjournalist produziere behalten ihren angestammten Platz und ich hoffe, mit dieser Aufteilung den jeweiligen Zielgruppen am besten gerecht werde.

Zu wenig Speicher bei 1&1

Bitte beachten: Das Problem ist jetzt gelöst – mit einem Umzug zu meinem neuen Provider UD Media. Vielleicht interessiert sie Euch aber trotzdem, diese meine Geschichte, die ursprünglich auf dem Blog stand:

Da ich mittlerweile ein Dutzend eigene und fremde Websites betreibe, möchte ich heute das Problem des nicht ausreichenden Arbeitsspeichers unter WordPress ansprechen, von dem ich immer wieder ausgebremst wurde. Alle Normalos können jetzt also abschalten und weiterklicken.

Wer aber so wie ich gerne mit WordPress arbeitet, der kostenlosen und meistgenutzten Software für Blogger, der wird sich vielleicht auch schon über eine zu langsame Performance geärgert haben. Oder man wollte das Update auf eine neue WordPress-Version vollziehen, oder das Bild in der Kopfzeile (den Banner) austauschen und bekam daraufhin eine Fehlermeldung mit dem Inhalt: „Fatal error: Out of memory (tried to allocate nnn bytes)…”

Also habe ich fleißig herumgegoogelt und allerlei Tipps gefunden, die in den vergangenen Jahren mal mehr und mal weniger gut geholfen haben. Funktioniert hat es manchmal, in einer Datei namens wp-config.php mit einem Editor schlicht einen größeren Speicherbedarf anzumelden. Dazu fügt man folgende Zeilen ein:

/**
* Erweiterung des Speichers
*/

define(‚WP_MEMORY_LIMIT‘, ’64M‘);

… und fertig ist die Gartenlaube. Manchmal jedenfalls. Offenbar gibt es aber viele Provider – darunter 1&1 – die diesen Trick nicht (mehr) erlauben. Arbeitsspeicher ist teuer, und wie mich ein freundlicher Herr beim Kundendienst von udmedia belehrte, ist die Größe des Speichers eine der wichtigsten Säulen für die Kalkulation. Dafür habe ich natürlich Verständnis.

Ärgerlich ist es aber, wenn die Provider dazu keine klaren Angaben machen, mit nur scheinbar günstigen Angeboten Kunden werben, und diese dann kalt lächelnd an die Wand laufen lassen, wenn eine eben noch prima funzende Webseite auf einmal stecken bleibt, weil der Provider neue Software aufgespielt hat.

So geschehen bei 1&1, wo ich seit vielen Jahren Kunde war und wo man mir erklärte, ich solle halt ein größeres Paket buchen. Zum Beispiel von der „Homepage perfect“ auf die „Dual Advanced“ wechseln – und dafür statt 9,99 Euro nun 14,99 Euro / Monat zahlen. Was einer Preiserhöhung von 50 Prozent entspricht. Oder brauche ich vielleicht sogar ein Upgrade auf das Paket „Dual Unlimited“? Mit 29,99 Euro wäre ich dabei – und hätte dann drei Mal so viel gezahlt wie zuvor!

Wenn die Homepage aber schon „perfect“ ist und mich nicht zufrieden stellt, warum sollte ich dann erneut auf das Werbesprech herein fallen? „Advanced“ klingt für mich jedenfalls weniger gut als „perfect“. Und ich habe mich gefragt: Wenn schon „perfect“ nicht reicht, warum sollte es dann bei „unlimited“ anders sein?

Nein meine Herren, auf solche Spielchen hatte ich keine Lust. Und auch die 1000 E-Mail-Adressen, den online-Speicherplatz oder die maktschreierisch angebotene „kostenlose“ Software dazu brauchte ich nicht wirklich – zumal ich all dies bei Google & Co. besser haben kann.

Nebenbei bemerkt würde ich mir wünschen, dass das Verbraucherschutzminsterium sämtliche irreführende Werbung verbietet, bei der irgendwo das Wort „kostenlos“ auftaucht. Wenn man de facto einen 2-Jahresvertrag abschließt und dafür unterm Strich hunderte von Euro bezahlen muss, ist dies das Gegenteil von kostenlos. Dass diese Unsitte inzwischen bei den meisten Mobilfunk- und Internetverträgen anzutreffen ist, ohne dass der Gesetzgeber dem einen Riegel vorschiebt, ist ein Armutszeugnis. Man vergleiche dies mit dem absurden Aufwand, den die gleichen Leute betreiben, um uns vor den angeblichen Risiken gentechnisch veränderter Kartoffeln zu schützen! Aber ich schweife ab…

Zurück zu 1&1: Ich fühlte mich also verschaukelt und bin umgezogen. Auch meinen Beziehung als „Profiseller“ für diese Firma habe ich aufgekündigt, denn einen Service, mit dem ich selbst nicht zufrieden war, konnte ich ja wohl kaum guten Gewissens gegen Provision empfehlen. Zunächst hatte ich bei meinem neuen Provider udmedia übrigens nur eine neue Domain mit Inhalten gefüllt – nämlich diese hier. Die Neuinstallation von WordPress dort ging reibungslos und bei den „echten“ Umzügen meiner anderen Webseiten mitsamt den Inhalten und MySQL-Datenbanken bekam ich mehrfach, prompt und kompetent telefonische Hilfe (oder auch per E-Mail), von echten Menschen!

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Anbieter, wie man z.B. hier nachlesen kann. Und wer sich die Mühe ersparen möchte, bei 1&1 heraus zu finden, wieviel Arbeitspeicher für seine WordPress-Installation bereit steht, für den hat der „Mountain Prophet“ die Daten der verschiedenen Pakete hier zusammen gestellt. Aber wie gesagt: Das ist jetzt nicht mehr mein Problem…

Günstig telefonieren mit Google Voice

Google will es ´mal wieder besser machen als die anderen und bietet seit kurzem nun auch in Deutschland seine Dienste an, um über das Internet zu telefonieren. Damit macht Google zunächst einmal dem etablierten Dienst Skype Konkurrenz, ders sich gerade von Microsoft hat aufkaufen lassen. Nicht für „Null Euro“ die Minute (und 12 Cent im Kleingedruckten), sondern für 2,38 Cent ins deutsche Festnetz und für 9,52 Cent in die deutschen Mobilfunknetze lautet das Angebot von Google Voice. Damit nicht genug sind auch Gespräche in Nicht-EU-Länder zumindest auf den ersten Blick deutlich billiger. So telefoniert man mit den eben genannten Tarife ebenso gut in die Schweiz wie nach Schweden, nach Norwegen ist man mobil mit 13,09 Cent dabei, und in die USA oder Kanada sogar mit nur 1,19 Cent. Die krummen Beträge kommen übrigens durch die deutsche Umsatzsteuer von 19 Prozent zusammen, und hier geht es zur kompletten Preisübersicht.

Die Installation dauerte bei mir inklusive Download ca. 1 Minute, und das Programm klinkt sich nahtlos in meinen Google-Mail Account ein. Das ganze funktioniert natürlich gegen Vorauskasse, und wenn man den vorgeschlagenen Betrag von 10 Euro akzeptiert, wird man direkt zu Google Checkout weiter geleitet. Dort habe ich bereits ein Konto angelegt, sodass ich nach Auswahl meiner Kreditkarte, einem zusätzlichen Mausklick und ca. 20 Sekunden Wartezeit mein aktualisiertes Guthaben auf dem Bildschirm bestätigt bekomme.

Jetzt könnte es losgehen. Google verspricht die nahtlose Integration mit Mikrofon und Lautsprecher des PCs und tatsächlich funktioniert das gleich im ersten Anlauf. Die Gesprächsqualität ist prima, laut Speed-Test von Computerbild erreiche ich mit meiner Leitung per Vodafone-UMTS aber auch 6500 bzw 900 kb/s im Down- bzw. Upload.

Als nächstes habe ich dann versucht, die Google-Telefonie auch auf meinem Handy einzurichten. Bisher war ich erfolglos. Aber sobald ich den Dreh ´raus habe, melde ich mich wieder. Versprochen.

Bilder verwalten – so geht das

Zurück aus dem Urlaub will ich diesmal einiges besser machen als sonst. Insbesondere habe ich mir vorgenommen, meine Bilder nicht einfach auf die Festplatte zu kopieren, wo sie dann keiner mehr findet und wo sie solange ´rumliegen, bis sich niemand mehr dafür interessiert und sie aus Versehen gelöscht werden. Auf die Schweden-Bilder werden unsere Freunde also noch ein paar Tage warten müssen, dafür beglücke ich alle Interessierten mit dieser Gebrauchsanleitung. In sieben Schritten soll sie euch helfen, Zeit zu sparen und eure digitalen Urlaubserinnerungen optimal zu verwalten.

Bildverwaltung mit Picasa

1. Für die Vorsichtigen: Schon unterwegs vom Speicherchip der Kamera die Bilder gelegentlich auf den Laptop kopieren oder auf einem Speicherplatz im Internet wie z.B. die Dropbox. Dazu muss man natürlich entweder einen Laptop mit auf die Reise nehmen oder ab und zu ins Internet-Café bzw. an einen W-LAN Hotspot, um die Dateien hochzuspielen. Ersteres kostet Gewicht, letzteres vor allem Zeit. Erfahrungsgemäß bringen wir zu zweit aus 14 Tagen Urlaub ca. 1500 digitale Fotos mit, was etwa 6 Gigabyte entspricht.

Die ganz Vorsichtigen machen nach jedem der folgenden Schritte eine neue Sicherheitskopie aller (verbleibenden) Dateien. Ich tue dies nicht, denn das frisst einen Haufen Speicherplatz bzw. DVDs, und es kostet auch extra Zeit. Mein Windows 7 läuft auf einem gewöhnlichen Aldi-Rechner stabil genug, um auf diese Vorsichtsmaßnahme zu verzichten – trotzdem folgt ihr meinem Beispiel natürlich auf eigenes Risiko.

2. Wer es nicht schon auf der Kamera gemacht hat sollte daheim an einem größeren Bildschirm alle Fotos mit einem Dateibetrachter oder dem Explorer schnell durchsehen und den Ausschuss sofort löschen.

3.  Überprüfen, ob das Datum der Dateien stimmt. Oftmals vergisst man nämlich diese Einstellung zu korrigieren, wenn man in eine andere Zeitzone reist. Oder man hat übersehen, dass von Winter- auf Sommerzeit umgestellt wurde. Oder beim Austausch der Kamera-Batterie wurde alles zurück gestellt auf den 1.1.2010 usw. Falls nötig, das Datum bei allen betroffenen Bildern auf einen Rutsch korrigieren. Ich mache das mit dem Zahlprogramm IMatch von Photools, indem ich direkt die EXIF-Daten überschreibe und diese dann auch noch in die IPTC-Daten kopiere. Das Programm ist allerdings in englisch und mit seinen Bazillionen von Funktionen eher ´was für Fortgeschrittene. Viele andere Bildbearbeitungsprogramme und Bildverwaltungsprogramme haben die Funktion der reihenweisen Datumskorrektur aber ebenfalls, zum Beispiel das sehr gelungene Picasa von Google. Zur Not geht es angeblich auch mit der Windows Live Fotogalerie, die beim Betriebssystem Windows 7 mit enthalten ist (Anleitung von Microsoft hier).

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4. An diesem Punkt sollte man den Dateien sinnvolle Namen geben, sodass sie auch mit der einfachen Windows-Suche wieder leicht zu finden sind. Völlig nutzlos sind dabei natürlich Dateinamen wie „P1030733.JPG“, „P1030734.JPG“, „P1030735.JPG“ wie sie Digitalkameras automatisch erzeugen. Mehr Sinn macht ein Format wie „Schweden – 001“, „Schweden – 002“, „Schweden 003“.

Spätestens an dieser Stelle möchte ich das Programm IrfanView empfehlen, das für Hobbyfotografen wie unsereins kostenlos zu haben ist unter http://www.irfanview.de/ (rechts oben auf „deutsche Version“ klicken und samt deutschsprachiger Hilfe ´runterladen). Damit klappt die Umbenennung ganz leicht: Erst unter „Optionen“ unter „sortiere Dateien“ im ausgewählten Verzeichnis nach Datum aufsteigend sortieren. Dann unter Datei/Batch-Konvertierung/Batch-Umbenennen den Bildern sinnvolle Namen geben. Wenn ihr diese nun noch in ein Verzeichnis wie „Urlaub/2011“ kopiert, habt ihr schon einen großen Schritt in Richtung einer ordentlichen Bildersammlung getan.

IrfanView kann übrigens noch sehr viel mehr als nur Bilder umbenennen und es ist – wenn man sich ein wenig eingearbeitet hat – immer noch eine gute Alternative zu Picasa. Wem allerdings das Umbenennen mit IrfanView zu kompliziert ist und oder wer nur diese eine Funktion braucht, ist mit dem Ant Renamer womöglich besser beraten.

Mir erscheint es sinnvoll an dieser Stelle eine Sicherungskopie der Foto-Dateien auf DVD und/oder eine externe Festpatte zu machen. Wer es gerne einfach hat, kann hier einen Schlussstrich ziehen und die Lektüre dieses Beitrags beenden. Wer weitermachen will hat hiermit nicht nur eine gute Versicherung, wenn bei der späteren Bildbearbeitung etwas schief gehen sollte, er kann diese Bilder auch leicht weiterreichen und z.B. seinen Freunden unter den Weihnachtsbaum legen, sodass diese die Bilder nach eigenen Vorstellungen ausmisten, bearbeiten oder katalogisieren können.

Angesichts der Fortschritte bei der Software zur Bildbearbeitung und –Verwaltung könnte ich mir vorstellen, dass viele Schritte, die in den weiteren Punkten dieser Gebrauchsanleitung beschrieben werden, schon in wenigen Jahren überflüssig sein könnten. Etwa dann, wenn wirklich intelligente Programme mit hoher Zuverlässigkeit erkennen, was man da eigentlich fotografiert hat und ohne fremdes Zutun die Bilder katalogisieren.

5. Nicht jeder wird diesen Punkt für nötig halten, dennoch empfehle ich auch noch in die Dateien hinein zu schreiben, wer die Bilder aufgenommen hat. Dass ihr die Rechte an den Bildern habt, wird z.B. durch einen Copyright-Vermerk wie „Copyright © 2011 Michel Mustermann“ klar gestellt. Den schreibe ich wiederum mit dem Programm IMatch standardmäßig in alle meine digitalen Fotodateien hinein, und zwar bei den IPTC-Daten, wo hierfür ein eigenes Feld vorgesehen ist.

Übrigens kann man seinen Namen auch direkt ins Bild hinein schreiben, sodass er zum Beispiel am rechten unteren Rand für jeden sofort sichtbar wird (so geht´s mit IrfanView). Ich bevorzuge allerdings die erste Variante und schreibe meinen Namen nur dann noch zusätzlich in die Kopien von Bildern, wenn ich diese Internet veröffentlichen will und von  einer großen „Klau-Gefahr“ ausgehen muss.

6. Jetzt geht´s ans Eingemachte. Soll heißen, dass ich mit derzeit etwa 30000 Bildern auf meiner Festplatte (darunter eingescannte Dias und Fotos aus Familienalben, die bald 100 Jahre zurück reichen) ständig gegen das Chaos ankämpfen muss. Es lockt mich auch die Vorstellung, auf Knopfdruck jedem meiner Bekannten eine Zusammenstellung seiner Porträts anfertigen zu können oder den Computer beispielsweise alle Bilder mit Brücken, Leuchttürmen oder Vögeln ausspucken zu lassen. Nochmals hier die Warnung: Dieser Versuch, Ordnung zu schaffen, kann leicht zum Fass ohne Boden werden. Besser ist es allemal – ihr sucht einen gelangweilten Onkel oder einen 1-Euro-Jobber, der euch diese Arbeit abnimmt.

Keinen gefunden? Dann also los mit der Katalogisierung. Nein halt. „Erst grübeln, dann dübeln“, habe ich gelernt. Soll heißen, dass ihr euch VORHER einen Plan machen sollt, welche Art von Ordnung für EUCH sinnvoll ist. Bei mir gibt es zum Beispiel Personen, Orte, Tiere & Pflanzen, Wissenschaft & Technik. Als Unterkategorien dann Familie, Freunde, Bekannte bzw. Europa, Schweden, Stockholm. Andere knipsen lieber Schlösser, Burgen und Kirchen oder Mopeds oder Musiker. Macht euch ´ne Liste und verästelt die Kategorien (manchmal „Tags“ genannt) so weit, wie es sinnvoll erscheint. Am Ende sollte eine Bildersammlung stehen, in der vor allem ihr selbst findet, wonach ihr sucht. Wenn auch noch eure Enkel in 50 Jahren euer System durchblicken seid ihr richtig gut – aber wetten würde ich darauf nicht.

Die Software, die euch einen Teil der Arbeit abnimmt, ist ständig im Wandel ist und die Geschmäcker sind ebenso verschieden wie die Vorkenntnisse. Daher ist meine Empfehlung auch mit Vorsicht zu genießen: Aktuell erscheint mir Picasa von Google ein gelungener Kompromiss zwischen Leistungsfähigkeit und leichter Bedienung – noch dazu ist es kostenlos. Zum Kaufen gibt´s zum Beispiel Lightroom, Photoshop Elements und ACDSee.

Ein Fallstrick bei der Auswahl ist die Tendenz der Firmen, jeweils eigene Systeme anzubieten, die sich später als nicht kompatibel erweisen. Soll heißen, dass euch zum Beispiel das Programm A verlockend erscheint und ihr nach ein paar Hundert Stunden Arbeit feststellt, dass mittlerweile Programm B viel besser ist. Dumm nur, dass ihr all eure Informationen nicht mitnehmen könnt und nun vor der Wahl steht, mit einem veralteten Programm zu arbeiten oder einen riesigen Haufen Informationen neu eingeben zu müssen. Dies ist auch der Grund, warum ich (vorerst) bei IMatch bleibe: Hier werden meine Daten nämlich so abgespeichert, dass ich sie hinterher auch wieder ´rausholen kann. Hoffentlich.

Ein Tipp zum Abschluss dieses Abschnitts: In den Kategorien oder Tags solltet ihr auch eine Bewertung eurer Bilder vorsehen. Ob A,B,C oder einen bis fünf Sterne ist wurscht. Hauptsache, ihr habt einen Filter, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Eure Zuschauer werden es Euch danken. Nichts ist ätzender, als sämtliche 4000 Bilder anschauen zu müssen, die Onkel Karl binnen 7 Tagen auf Mallorca geknipst hat – nur weil er die 100 besten einfach nicht finden kann.

7. Es ist Zeit für eine weitere Sicherungskopie, denn mit jeder Stunde Arbeit werden eure Bilder wertvoller. Jetzt also die Sicherung mit all den Stichworten. Bitte sorgt dafür, dass auch in zehn Jahren das Programm noch auffindbar ist, mit dem ihr diese Stichworte eingepflegt habt.

Steht ihr so wie ich auf GPS-Daten? Wollt genau wissen, welches Bild wo aufgenommen wurde? Dann empfiehlt sich eine Kamera, die das für euch schon vor Ort erledigt. Beispielsweise die Lumix TZ 10 von Panasonic, die ich mit ihren Tücken und Tugenden bereits in einem früheren Beitrag beschrieben habe. Ansonsten gibt es Helferlein von Google, den Geosetter, Locr und andere Produkte, auf die ich ein andermal eingehen werde.

Und natürlich kann man noch beliebig viel Zeit damit verlieren, seine Bilder zu bearbeiten: Weg mit den roten Augen, die dunklen Stellen aufhellen, den Ex-Freund ausradieren oder auch nur die Staubkörnchen, die unmittelbar vor dem Einscannen auf unsere Dias herab gerieselt sind. All das wäre einen eigenen Beitrag wert – und vielleicht schaffe ich auch den einmal in ferner Zukunft. In der Zwischenzeit könnt ihr aber gerne schon mal loslegen und eure Erfahrungen hier hinterlassen. Falls die Sache in die Hose geht und ihr feststellen solltet, dass die Bilder vorher eigentlich doch besser waren, habt ihr ja immer noch die letzte Sicherheitskopie – gelle?

Medion Akoya E1226 ausmisten und sicher(er) machen

Mein neuer Netbook, den ich gestern bei Aldi gekauft habe, ist ziemlich typisch für die Produkte des Discounters: Viel Leistung für (relativ) wenig Geld. In diesem Fall sind das 299 Euro. Die Note 2,80 im Test der Computerbild spricht für sich, und wer sich mit Apple-Produkten schmücken will, muss eben für ein ähnlich leistungsfähiges Gerät wie das Design Netbook Medion Akoya E1226 (MD98570) erheblich mehr Geld hinlegen. Im Test und aktuell noch auf der Aldi-Webseite kann jeder die technischen Daten nachlesen. Mir geht es hier aber um die Einrichtung des Rechenzwerges: In den folgenden Abschnitten will ich erklären, wie man überflüssige und nervige Programme auf dem Aldi-Netbook entfernt und bei Bedarf mit besseren Alternativen ersetzt. Ein Großteil dieser Tipps läßt sich auch für jeden anderen Computer nutzen. Der Schwerpunkt liegt heute auf der Sicherheit.

Weitere Erfahrungsberichte zum Gerät mit dem unnötig langen Namen Design Netbook Medion Akoya E1226 (MD98570) werde ich in den nächsten Tagen und Wochen hier einstellen und verlinken. Dann geht es ums möglichst komfortable Surfen und Mailen und die häufisten Anwendungen für jedermann: Schreib- und Büro-Programme, Bilder verwalten und verarbeiten, Privates und Nachrichten austauschen, Webseiten erstellen, Daten sichern usw. Es lohnt sich also, ein Lesezeichen für mein Blog „Michels Universum“ anzulegen und öfter mal vorbei zu schauen.

Bullguard – Weg mit der Nervensäge

Los geht´s aber mit der Sicherheit, denn die betrifft nun wirklich jedenen Computer gebraucht und Daten mit anderen austauschen will – sei es über das Internet, mit CDs, DVDs, Speicherkarten oder USB-Sticks. Auch beim neuen Aldi-Netbook ist dafür ein Programm Namens Bullguard vorinstalliert. Dessen Laufzeit aber ist begrenzt, nach 60 oder 90 Tagen will der Hersteller Geld sehen – und hat das Programm deshalb so eingerichtet, dass es einen mit ständigen Hinweisen und Aufforderungen zur Registrierung und zum Kauf nervt, bis dieses Ziel erreicht ist. Ich habe Bullguard deshalb von meinem Rechner gelöscht und zwar so:

  • Auf das Startsymbol links unten klicken, dann auf „Systemsteuerung“
  • Im Fenster, das sich nun öffnet unter „Programme“ auf „Programm deinstallieren“ klicken.
  • Wieder öffnet sich ein Fenster, es zeigt eine lange Liste von Programmen.
  • Darunter den Eintrag „Bullguard“ per Klick auswählen und am oberen Rand des Fensters auf „deinstallieren“ klicken. Manchmal gibt es noch eine Abfrage, ob wir das wirklich wollen. Die bestätigen wir und sind das Programm los.

Im gleichen Arbeitsgang, also unmittelbar danach, habe ich auch den „Versandhelfer“ gelöscht. Bei den anderen Programmen muss jeder selbst heraus finden, ob die wirklich gebraucht werden. Am besten öffnet man sie der Reihe nach über das Startmenü und den dortigen Eintrag „Alle Programme“, spielt ein wenig mit diesen Beigaben zum neuen Rechner herum und deinstalliert sie entsprechend der obigen Anweisung. Hab´ ich eigentlich schon gesagt, dass ich keine Haftung übernehme, wenn man nach der Deinstallation seine Meinung ändert oder einfach nur auf die falschen Knöpfe drückt? Nehmt es bitte zu Kenntnis!

Sicherheit nur lückenhaft

Nun, da wir zumindest Bullguard von unserem Computer entfernt haben, ist das System ungeschützt und wir sollten uns deshalb ein paar Gedanken über die Sicherheit unseres Gerätes machen. Mein Glaubensbekenntnis dazu:

  • Absolute Sicherheit gibt es nicht.
  • Keine unnötigen Risiken eingehen: Ebensowenig wie man auf der Straße einem Fremden seinen Ausweis oder seine Kreditkarte leihen würde, sollte man dies im Internet oder per E-Mail tun.
  • Als Vorsichtsmassnahme installieren wir ein aktuelles Programm, das vor Betrügern, lästigen Mails (Spam), Computerviren und ähnlichen Bedrohungen schützt.

Dies erhöht die Sicherheit, ist aber keine Garantie. Wie sagte mein Held Clint Eastwood dazu so schön?

„Du willst ´ne Garantie? Kauf Dir einen Toaster!

Jedenfalls halte ich mich bei der Auswahl des Schutzprogrammes an die Testberichte der Computerbild. Und wenn Ihr Euch jetzt fragen solltet, warum ich immer wieder auf diese Zeitschrift (bzw. deren Webseite) zu sprechen komme, so liegt dies nicht etwa daran, dass die mich gekauft hätten, sondern daran, dass ich die Computerbild zusammen mit c´t (die ist eher ´was für Fortgeschrittene) für vertrauenswürdig halte und dass ich aus beiden seit bald zehn Jahren immer wieder wertvolle Tipps und nützliche Software entnehmen konnte.

Die Computerbild also empfiehlt (in Ausgabe 2/2011) unter den Internet-Sicherheitspaketen an erster Stelle Kaspersky Internet Security 2011 (Lizenz für 3 PCs / Upgrade)mit der Note 2,41. Platz zwei belegt Norton Internet Security 2011 – 3 PC – Upgrade(Note 2,74) und auf Platz drei liegt Internet Security 2011 von G Data für 3PC mit Aktualisierungen für 25 Monate (Note 3,02). Aktuell bewegen sich die Preise für diese Programme zwischen 18 und 30 Euro.

Es gibt auch eine billigere Variante, an gute Sicherheitssoftware heran zu kommen: Computerbild hat in jeder Ausgabe, der eine CD und DVD beigelegt ist, auch eine spezielle Variante der Kaspersky Sicherheitssoftware dazu gegeben. Die funktioniert auf meinen Rechnern hervorragend – allerdings muss man sich dafür registrieren, seine E-Mail hinterlassen und für das Programm alle drei Monate mit einem etwas umständlichen Verfahren einen Aktivierungsschlüssel holen, um es erneut freizuschalten. Damit machen die Computerbild und Kaspersky es letztlich genau so, wie Aldi und Bullguard: In beiden Fällen legen die zwei Unternehmen gemeinsam einen Köder aus, der gerne angenommen wird  – und dadurch die Profite beider Partner vermehrt. Weitere Ausführungen verkneife ich mir jetzt, denn schließlich wollen wir ja gemeinsam noch fertig werden mit dem Frühjahrsputz – egal ob beim Design Netbook Medion Akoya E1226 (MD98570) oder bei jedem anderen Windows-Rechner. Ich entferne deshalb jetzt erstmal weiter überflüssige Software und protokolliere alles brav für die nächste Folge meines Erfahrungsberichtes, in der es darum geht, die beste Software zum Surfen im Internet und für den E-Mail-Verkehr auszuwählen und nach den eigenen Bedürfnissen einzurichten.