Meinung

Hier finden Sie eine aktuelle Auswahl, was kluge Köpfe über den Euro denken. Ein Klick auf die Zitate führt sie zu den oftmals sehr umfangreichen Originalbeiträgen. Beim Klick auf den Namen erhalten Sie weitere Informationen zur Person – meist aus der Wikipedia. In regelmäßigen Abständen werden die Inhalte dieser Seite zu Blog-Beiträgen umgewandelt, die dann im Archiv zur Dokumentation dauerhaft gespeichert werden.

 

Was beschlossen wurde, ist der Einstieg in eine Haftungsgemeinschaft der Euro-Länder. Die Schulden eines einzelnen Landes werden damit im Notfall zu Schulden aller Länder. Indem der Rettungsschirm EFSF das Recht erhält, Anleihen einzelner, bedrohter Euro-Staaten am Markt aufzukaufen, wird das Risiko der Verschuldung dieser Staaten vergemeinschaftet und zwar nicht ausnahmsweise, sondern künftig immer wieder. Die Gläubigerbeteiligung hat nur symbolischen Charakter. Sie ist eine Nothilfe, eine Einmalmaßnahme, um die Rettungsmilliarden für Griechenland politisch verkäuflich zu machen.

Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, über die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels in RP online am 23.7.2011.

 

 „Als einstmals leidenschaftlicher Befürworter der Einheitswährung habe ich inzwischen erkannt und bekannt, dass mein Einsatz ein großer Fehler war… Jetzt soll der Marsch der Lemminge in die organisierte Verantwortungslosigkeit einer Transferunion den Euro am Leben erhalten, auch wenn dafür unsere Ersparnisse und die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone insgesamt geopfert werden.

Olaf Henkel, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), ehemaliger Präsident der Leibnitz-Gemeinschaft. Welt online vom 20.7.2011.

 

„Die ständige Fortsetzung von Rettungsschirmen ist aussichtslos.“

Peer Steinbrück, ehemaliger Finanzminister und derzeitiger stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender. Laut FAZfinance.net vom 12.7.2011.

 

„Die europäischen Staatsmänner marschieren mit närrischer Hartnäckigkeit immer tiefer in die Vertrauenskrise.“

Peter Graf von Kielmansegg, Professor emeritus für Politische Wissenschaften der Universität Mannheim und Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse für „herausragende Leistungen in der Förderung des Dialogs zwischen Gesellschaftswissenschaften und der politischen Praxis“. Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11.7.2011.

 

(am meisten hat mich überrascht) „die dramatische Schwäche von Italien und die bedenkliche Verschlechterung von Frankreich … in beiden Ländern nimmt die Fähigkeit ab, Kredite zurückzahlen zu können… Das heißt, dass die Erosion der Kreditfähigkeit in Kerneuropa angekommen ist, bei den Gründerstaaten der EWG. Wenn sich in Italien nicht schnell etwas tut, gleitet das Land bereits 2011 in die unterste Risikokategorie ab, in der sich Griechenland, Portugal, Zypern und Malta befinden.

Lüder Gerken, Volkswirtschaftler und Direktor des Zentrum für Europäische Politik über die Ergebnisse eines neuen Index (CEP-Default), der die gesamtwirtschaftliche Lage der Euro-Länder abbilden soll. Handelsblatt Online Ausgabe vom 11.7.2011

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.